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	<title>Attraktionen</title>
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		<title>Unter Fremden</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Feb 2013 09:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krimiblogger</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Food of Ghosts]]></category>
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		<description><![CDATA[<p>Marianne Wheelaghan: Food of Ghosts &#160; Aberglaube und militärische Halsstarrigkeit bringen Detective Seargent Louisa Townsend in Bedrängnis. Ein wichtiger Zeuge, den sie vernehmen will, hat sich auf eine Nachbarinsel geflüchtet. Der örtliche Marine-Chef verweigert ihr die Überfahrt. Frauen, so ein alter Aberglaube unter Seefahrern, bringen auf dem Meer Unglück und gehören nicht an Bord. Die Polizistin findet eine andere Möglichkeit zur Überfahrt – mit lebensgefährlichen Folgen. &#160; DS Louisa Townsend ist die Hauptfigur einer neuen Krimiserie der schottischen Autorin Marianne Wheelaghan. Selbst weit gereist lässt sie ihre Heldin vor einem exotischen Hintergrund ermitteln. Die erwähnte Nachbarinsel ist eines der zahlreichen Atolle, die den Inselstaat Kiribati in der Südsee bilden. Stationiert in South Tarawa, der Hauptstadt von Kiribati, ist Townsend im Auftrag der EU vor&#8230;</p><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/475/kritik-marianne-wheelaghan-food-of-ghosts">Unter Fremden</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class='page columnize'><p><strong>Marianne Wheelaghan: <span style="font-variant: small-caps;">Food of Ghosts</span></strong><br />
 &nbsp;<br />
Aberglaube und militärische Halsstarrigkeit bringen <strong>Detective Seargent Louisa Townsend</strong> in Bedrängnis. Ein wichtiger Zeuge, den sie vernehmen will, hat sich auf eine Nachbarinsel geflüchtet. Der örtliche Marine-Chef verweigert ihr die Überfahrt. Frauen, so ein alter Aberglaube unter Seefahrern, bringen auf dem Meer Unglück und gehören nicht an Bord. Die Polizistin findet eine andere Möglichkeit zur Überfahrt – mit lebensgefährlichen Folgen.<br />
 &nbsp;<br />
DS Louisa Townsend ist die Hauptfigur einer neuen Krimiserie der schottischen Autorin <strong><a href="http://www.mariannewheelaghan.co.uk/" target="_blank">Marianne Wheelaghan</a></strong>. Selbst weit gereist lässt sie ihre Heldin vor einem exotischen Hintergrund ermitteln. Die erwähnte Nachbarinsel ist eines der zahlreichen Atolle, die den Inselstaat <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Kiribati" target="_blank"><strong>Kiribati</strong></a>  in der Südsee bilden. Stationiert in <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/South_Tarawa" target="_blank"><strong>South Tarawa</strong></a>, der Hauptstadt von Kiribati, ist Townsend im Auftrag der EU vor Ort, um ihre Kollegen dort fortzubilden. Sie selbst wurde auf  Kiribati geboren, wuchst dann aber bei ihrer Mutter Edinburgh auf. Nach einigen Jahren kehrte sie zurück nach Kiribati. Sie kennt die Eigenarten der fremden Kultur: die innige Familienverbundenheit, die Gastfreundschaft und den Aberglauben. Sie ist eine, die man im Englischen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Expatriate" target="_blank"><strong>&#8220;Expat&#8221;</strong></a> oder &#8220;Expatriate&#8221; nennt, Menschen, die für eine gewisse Zeit in der Fremde leben und arbeiten. Das deutsche Wort &#8220;Gastarbeiter&#8221; hilft da als Übersetzung kaum bis gar nicht weiter. &#8220;Expats&#8221; haben in Großbritannien, als ehemalige Großmacht, eine lange Tradition. Dazu gehört eben auch das Aufeinandertreffen unterschiedlichster Kulturen, im Falle von Wheelaghans Roman sind es die I-Kiribati, die Einwohner des Inselstaates, und die <a href="http://www.trussel.com/kir/dic/dic_i.htm" target="_blank">I-Matang</a>, die Menschen von Matang, dem Schattenreich, wie Ausländer auf Kiribati angesprochen werden. </p>
<h2 class="pullquote"><em>&raquo;Michael scowled towards the villagers. ‘They are silly superstitious people. In the olden days our ancestors used to offer the severed head of their enemy in sacrifice to the ghostly spirits for them to eat.The most prized food of ghosts was the eye. And even though our victim’s head in the hut has not been severed, the gouged eyes—’&laquo;</em></h2>
<p>Schwierigkeiten und Missverständnis sind bei diesen kulturellen Unterschieden vorgezeichnet. Dazu kämpft Louisa bei der Ermittlung in einem Mordfall gegen die Vorurteile der männerdominierten Polizei in South Tarawa. Joe, ein Händler und Exporteur von Haifischflossen, wird in einer Lagerhütte des Ambo Lagoon Clubs ermordet aufgefunden. Erstochen mit einem nach Kiribati-Tradition geschnitzten Messer, fehlen seiner Leiche die Augen. Für die I-Kiribati ein klares Zeichen: <strong>Die Augen der Toten sind Nahrung für die Götter und Geister.</strong>  Im wahrsten Sinne des Wortes kein gutes Omen für die Aufklärung des  Falles. Da die örtliche Polizei unterbesetzt ist &#8211; ein Teil der Ordnungshüter weilt auf einer Beerdigung, der andere Teil befindet sich zu einer  Fortbildung in Australien &#8211; wird Louisa kurzerhand mit den Ermittlungen betreut. </p>
<h3>Auf Tauchgang</h3>
<p>Noch am Tatort trifft Louisa auf Jill, die von der aufgebrachten Meute für die Mörderin von Joe gehalten wird. In letzter Not kann sie die junge Frau &#8211; wie Louisa eine &#8220;Expat&#8221; &#8211; vor der Lynchjustiz retten. Doch Jill erweist sich als undankbare Zeugin und verweigert die Aussage zu den Vorgängen im Club. Immerhin führt sie Louisa zu einer kleinen Gruppe von Briten, die  ebenfalls als &#8220;Expats&#8221; auf Kiribati leben. Darunter auch Paul, der Ehemann von Jill. Er hat angeblich ein Verhältnis mit einem einheimischen Mädchen. Nur kurze Zeit später ist auch Jill tot &#8211; erschlagen in ihrem Haus. Louisa steckt in ihren Ermittlungen fest, den Paul, der jetzt natürlich in Verdacht gerät, kann nicht der Mörder sein. Und schon bald stellt sich ein weiterer Todesfall, der angeblich ein Unfall war, als Mord heraus.<br />
 &nbsp;<br />
Marianne Wheelaghan überrascht mit einigen Wendungen in ihrem Krimiplot. Geschickt lässt sie ihre Ermittlerin eine Spur nach der anderen folgen, um dabei  immer wieder in abenteuerliche bis gefährliche Situationen zu geraten. Ein Tauchgang etwa, bei dem Louisa Haien begegnet oder die bereits erwähnte Überfahrt zu einer Nachbarinsel, die sie fast das Leben kostet. Reichlich Dramatik, die Marianne Wheelaghan hier auffährt und dennoch ist es keine Action um der Action willen. Sie verknüpft <strong>dramatische Situationen</strong> einfallsreich mit dem <strong>exotischen Setting</strong> und dem <strong>Aufprall der Kulturen</strong>. Sie beschreibt die Schönheit des Insel, die Freundlichkeit der Bewohner, aber auch die Armut und den anachronistischen Aberglauben. Ihre Ermittlerin, die sie hier so gelungen in Szene setzt, hat dazu noch einige Macken. Ihr Waschzwang und ihre Furcht vor Keimen machen Louisa zu schaffen, ausgerechnet in schwülen Hitze Kiribatis, wo regelmäßig der Strom ausfällt und deshalb die Wasserpumpen streiken. Es sind diese nebensächlich Dinge, die im Zusammenspiel mit Figur und Setting für Spannung sorgen. Zudem schildert Wheelaghan dies in einer exakten Sprache,  glaubwürdig und ohne Effekthascherei erzählt. Der Waschzwang ihrer Heldin ist keine typischer Ermittlertick, wie er mittlerweile ja schon zum Grundausstattung eines jeden Krimi-Ermittlers gehört, sondern er ist Teil einer überzeugenden Figurenzeichnung. </p>
<h3>Faszinierende Figuren vor exotischer Kulisse</h3>
<p>Wheelaghan hat ein sicheres Händchen für interessante Figuren: Die Gruppe der &#8220;Expats&#8221;, deren Inselleben sie in einem doppelten Sinne zeichnet, denn sie leben nicht nur auf einer Insel, sondern schotten sich in einer Enklave mehr oder weniger von den Einheimischen ab. Im Gegensatz dazu stehen die Fischer und Taucher rund um &#8220;Dave den Fisch&#8221;, allesamt robuste Burschen, sowie Reteta, die Haushälterin von  Louisa, samt Schwein und großer Familie. Wie selbstverständlich lädt Reteta ihren gesamten Clan zum gemeinsamen Fernsehschauen bei Louisa ein, was auf wenig Verständnis bei Louisa stößt. Familie hat Vorrang bei den I-Kiribati, eine Einstellung, die Louisa, im Dauerclinch mit ihrer Mutter, nicht nachvollziehen kann.<br />
 &nbsp;<br />
Es sind, kurz gesagt, die Gegensätze der Figuren, die temporeiche Erzählung und die kunstvoll arrangierte Dramatik vor einem exotischen Setting, die diesen Debüt-Krimi von Marianne Weelagahn auszeichnen. Weelagahn, deren erster Roman <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Blue Suitecase</strong></span> in Hitler-Deutschland spielt, startet mit <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Food of Ghosts</strong></span> gelungen eine neue Krimiserie, die sicher auch – <strong>ganz ohne Aberglaube</strong> &#8211; eine deutsche Übersetzung lohnen würde. </p>
<div class="classic-caption">
<h2>Was Sie noch wissen sollten</h2>
<p>Gelesen habe ich die <a href="http://www.amazon.de/Food-of-Ghosts-ebook/dp/B00A2AAG1G/" target="_blank">englischsprachige E-Book-Ausgabe</a>, die mir freundlicherweise von der Autorin zur Verfügung gestellt wurde. Es gibt auch eine gedruckte Ausgabe.</p>
<p>Die bibliographischen Angaben:<br />
<strong>Marianne Wheelaghan: <span style="font-variant: small-caps;">Food of Ghosts</span></strong>. &#8211; Edinburg : Pilrig Press, 2012. &#8211; ISBN 978-0-9566144-4-5</p>
<p>Ich stehe mit Marianne Wheelaghan per E-Mail in Kontakt. Die Autorin hat eine <a href="http://www.mariannewheelaghan.co.uk/" target="_blank">Internetseite</a> und ist bei <a href="https://twitter.com/MWheelaghan" target="_blank">Twitter</a> zu finden.</p>
<p><strong>Bildquelle:</strong> Das Bild <a href="http://www.flickr.com/photos/luigi_and_linda/2570411802/in/set-72157605556921137/" target="_blank">&#8220;Well, it&#8217;s an atoll&#8221;</a> stammt von <a href="http://www.flickr.com/photos/luigi_and_linda/" target="_blank">luigig</a>. Ich habe es unter einer CC Lizenz Namensnennung 2.0 US-amerikanisch (nicht portiert) (CC BY 2.0) verwendet und abgeändert.</p>
</div>
<p>Lesen Sie wohl.<br />
<span class="story-end">&#10086;</span></p>
</div><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/475/kritik-marianne-wheelaghan-food-of-ghosts">Unter Fremden</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p> <p><a href="http://attraktionen.krimiblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=475&amp;md5=e52a77eda24ef0cb829605e06266e09e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://attraktionen.krimiblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>&#8230; unterdessen in London</title>
		<link>http://attraktionen.krimiblog.de/453/buchkritik-anya-lipska-suendenfall</link>
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		<pubDate>Sun, 10 Feb 2013 12:37:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krimiblogger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Attraktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Anya Lipska]]></category>
		<category><![CDATA[London]]></category>
		<category><![CDATA[Polen]]></category>
		<category><![CDATA[Solidarność]]></category>
		<category><![CDATA[Sündenfall]]></category>
		<category><![CDATA[Where the devil can't go]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Anya Lipska: Sündenfall (engl.: Where the devil can&#8217;t go) &#160; Remmidemmi am Schluss: Wilde Verfolgungsjagd, Körper klatschen ins Wasser der Themse, es wird blutig. Und dann noch eine aufkeimende Liebesgeschichte &#8211; Anya Lipskas Debütroman Where The Devil Can&#8217;t Go, in der deutschen Übersetzung mit dem etwas unglücklichen Titel Sündenfall, wartet am Ende mit klassischen Rausschmeißern eines Krimis auf. Dazu der Cliffhanger eines Fortsetzungskrimis, denn selbstverständlich sollen die Geschichten um den polnischen Privatdetektiv Janusz Kiszak und der Polizistin Natalie Kershaw fortgesetzt werden. Und nein, die Liebesgeschichte deutet sich nicht zwischen diesen beiden Hauptfiguren an. Lipskas Debütroman ist, so mein Eindruck, ein kernig erzählter Krimi, atmosphärisch dicht, angesiedelt im Londoner East End. Er ist &#8211; und das ist die Stärke des Buchs &#8211; eine Geschichte über&#8230;</p><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/453/buchkritik-anya-lipska-suendenfall">&#8230; unterdessen in London</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class='page columnize'><p><strong>Anya Lipska:</strong> <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Sündenfall</strong></span> (engl.: <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Where the devil can&#8217;t go</strong></span>)<br />
 &nbsp;<br />
Remmidemmi am Schluss: Wilde Verfolgungsjagd, Körper klatschen ins Wasser der Themse, es wird blutig. Und dann noch eine aufkeimende Liebesgeschichte &#8211; Anya Lipskas Debütroman <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Where The Devil Can&#8217;t Go</strong></span>, in der deutschen Übersetzung mit dem etwas unglücklichen Titel <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Sündenfall</strong></span>, wartet am Ende mit klassischen Rausschmeißern eines Krimis auf. Dazu der Cliffhanger eines Fortsetzungskrimis, denn selbstverständlich sollen die Geschichten um den polnischen Privatdetektiv Janusz Kiszak und der Polizistin Natalie Kershaw fortgesetzt werden. Und nein, die Liebesgeschichte deutet sich nicht zwischen diesen beiden Hauptfiguren an. Lipskas Debütroman ist, so mein Eindruck, ein kernig erzählter Krimi, atmosphärisch dicht, angesiedelt im Londoner East End. Er ist &#8211; und das ist die Stärke des Buchs &#8211; eine Geschichte über Parallelwelten, über Migranten, über alte und neue Heimat und über die jüngere, polnische Geschichte.</p>
<hr />
Die beiden Hauptfiguren deuten es an: Lipska erzählt zwei parallel laufende Geschichten der Gegensätze. Die eine, sie ist die Geschichte von Janusz Kiszak, der sich als moderner Glücksritter durch das Londoner Großstadtleben schlägt. Es ist das London im Jahre 2009, die Vorbereitungen für die Olympischen Sommerspiele laufen auf Hochtouren, es wird gebaut und gebaggert. Polnische Arbeiter, die für wenig Geld den Knochenjobs auf den Baustellen der Stadt nachgehen, gibt es reichlich. Janusz ist keiner von ihnen, er lebt schon länger in der britischen Hauptstadt und hält sich mit Gelegenheitsjobs und Detektivdiensten über Wasser. Er ist ein Emigrant mittleren Alters, der die wirtschaftliche Not in seiner Heimat Polen hinter sich gelassen hat, ebenso wie seine geschiedene Frau und ihren gemeinsamen Sohn. In London verkehrt er vor allem mit Landsleuten, <em>&#8220;the Poles&#8221;</em> haben, wie so viele andere Volksgruppen im Exil, ihre kleine Enklaven und Subkulturen gegründet. Man kennt sich, geht in die polnischen Kneipen, Klubs und Restaurants, in denen es die Gerichte der <em>Kuchnia polska</em> gibt. Man isst <em>Pierogi</em>, <em>Go&#x0142;&#x0105;bki</em> und <em>Napoleonka</em>. Und selbstverständlich geht man auch in London als katholischer Pole in die Messe und zur Beichte.<br />
 &nbsp;</p>
<h2 class="pullquote"><em>&raquo;Zum Lügen braucht man immer zwei &#8211; einen, der lügt, und einen, der den Mist glaubt.&laquo;<br />
&raquo;Von wem ist das?&laquo;, erkundigte sich Janusz.<br />
&raquo;Von Homer Simpson&laquo;, entgegnete Oskar mit der Mine eines Menschen, der aus einer unwiderlegbaren Quelle zitiert.</em></h2>
<p>Janusz&#8217; Beichtvater ist Pater Pietruzki. Ihm vertraut er seine Sünden an, die vor allem sexueller Art sind. Seine gelegentlichen Eskapaden plagen Janusz&#8217; Gewissen. Bei einer dieser Beichten bittet Pater Pietruzki ihn darum, nach der vermissten Weronika zu suchen. Ein anständiges Mädchen sei sie, jung, unschuldig und verschwunden. Was als einfache Nachforschung beginnt, bleibt für Janusz nicht folgenlos, denn schon bald wird er in seiner Wohnung zusammengeschlagen.<br />
 &nbsp;<br />
Unterdessen &#8211; und für diesen Roman darf man dieses Wort öfter benutzen &#8211; unterdessen also soll die junge Polizistin Natalie Kershaw die Mörder junger Frauen finden. Eine wird in der Themse als Wasserleiche angespült, eine andere in einem Hotel aufgefunden. Letztere heißt Justyna, wie die verschwundene Weronika eine junge Polin, die zu Lebzeiten als Prostituierte gearbeitet hat. Als die Gerichtsmediziner die Leiche der Frau genauer untersuchen, entdecken sie in ihrem Mund eine Visitenkarte. Die Karte von Janusz Kiszak.<br />
 &nbsp;<br />
So kreuzen sich die Wege der jungen Ermittlerin und des kantigen, polnischen Privatschnüfflers, die beide den gleichen Tätern auf der Spur sind. Um sie zu finden, müssen beide sich dem stellen, was in Klappentexten so gerne als &#8220;düstere Vergangenheit&#8221; beschrieben wird. Für Janusz, der zur Zeit der Kommunisten in Polen für die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Solidarno%C5%9B%C4%87" target="_blank">Solidarno&#x015B;&#x0107;</a> auf die Straße gegangen ist, sein Leben riskiert hat und seine Freundin dabei verloren hat, eine traurige und gefährliche Reise zurück in seine Heimat. Für Kershaw, die sich gegen die Anfeindungen ihrer männlichen Kollegen und Vorgesetzten behaupten muss, eine Reise in den ihr fremden Kulturkreis der polnischen Migranten. </p>
<h3>Die Toten im Wasser</h3>
<p>Die solide Krimihandlung trägt erstaunlich gut die fiktional eingeflochtenen Hintergründe zur jüngeren, polnischen Geschichte. Lipska entwirft eine zügige Dramaturgie, in der ihre beiden Hauptfiguren durch ihre Gegensätze glänzen und die ihrer Geschichte einen flotte Fortgang geben. Sprachlich exakt und gut aus dem Englischen übersetzt von Karin Dufner, finden sich immer wieder polnische Begriffe im Text, die die Lebensweise der Polen in London mir als Leser näher gebracht haben.<br />
 &nbsp;<br />
Die Rückblenden in die Zeit der Kommunisten werden vor allem durch die Figur des Janusz Kiszak getragen. Er erinnert sich an die Zeit des Kriegszustands 1981, an die Proteste in Danzig und Nowa Huta und an die Ermordung des Priesters <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jerzy_Popie%C5%82uszko" target="_blank">Jerzy Popie&#x0142;uszko</a> – im Roman heißt er Marek Kuba &#8211; der 1984 von Schergen  des polnischen Staatssicherheitsdienst <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/S%C5%82u%C5%BCba_Bezpiecze%C5%84stwa" target="_blank">S&#x0142;u&#x017A;ba Bezpiecze&#x0144;stwa</a> (SB) ertränkt wurde. Das Motiv des Ertränkens und Ertrinkens zieht Lipska ohne makabren Unterton als ein zentrales Thema durch ihren Roman – bis zum Ende, an dem übrigens ein Selbstmord steht. </p>
<hr />
<span style="font-variant: small-caps;"><strong>Sündenfall</strong></span> ist &#8211; bis auf den fragwürdigen deutschen Titel, der eher an religös verbrämten Krimikitsch denken lässt, als an glaubwürdige, realitätsnahe Krimifiktion &#8211; ein kurzweiliger, gradliniger Auftakt für eine neue Krimiserie. Denn die polnische Geschichte und die polnischen Migranten in London, sie haben sicher noch einiges zu erzählen. In Anya Lipska haben sie eine authentische und glaubwürdige Erzählerin gefunden.<br />
&nbsp;</p>
<div class="classic-caption">
<h2>Was Sie noch wissen sollten</h2>
<p>Gelesen haben ich die deutsche Übersetzung von Karin Dufner. Ich bedanke mich beim <a href="http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/Suendenfall-Roman/Anya-Lipska/e390613.rhd" target="_blank">Goldmann Verlag</a> für das Rezensionsexemplar.</p>
<p>Biblographische Angaben:<br />
<strong>Anya Lipska:</strong> <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Where the devil can&#8217;t go</strong></span>. &#8211; Tadeusz Books, 2011 (Eigenverlag)</p>
<p>Englische Neuauflage: <strong>Anya Lipska:</strong> <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Where the devil can&#8217;t go</strong></span>. &#8211; London : The Friday Project, 2013<br />
ISBN 978-0-00-750458-9</p>
<p>Deutsche Ausgabe:<br />
<strong>Anya Lipska:</strong> <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Sündenfall</strong></span> / Aus dem Englischen von Karin Dufner. &#8211; München : Goldmann, 2012<br />
ISBN 978-3-442-4776-4</p>
<p>Die Autorin hat eine <a href="http://www.wherethedevilcantgo.com/" target="_blank">Internetseite</a> und <a href="https://twitter.com/AnyaLipska" target="_blank">twittert</a>. Im <a href="http://krmb.de/6ct" target="_blank">ShotsMag Blog</a> berichtet sie über die Entstehung ihres Roman. Über Twitter stehe ich im Kontakt mit Mrs. Lipska. </p>
<p><strong>Bildquelle:</strong> <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Ostrowiec_Solidarnosc_20100815.jpg" target="_blank">Wikimedia Commons:</a> 30-years of Solidarity (Polish trade union) mural in Ostrowiec Swietokrzyski (priest Jerzy Popiełuszko in foreground). Picture by Krugerr / Used under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported, 2.5 Generic, 2.0 Generic and 1.0 Generic license.
</div>
<p>Lesen Sie wohl.<br />
<span class="story-end">&#10086;</span></p>
</div><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/453/buchkritik-anya-lipska-suendenfall">&#8230; unterdessen in London</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p> <p><a href="http://attraktionen.krimiblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=453&amp;md5=87e87e2c77cce35ee4895a64e2f04643" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://attraktionen.krimiblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zwischen den Regalen</title>
		<link>http://attraktionen.krimiblog.de/432/zwischen-den-regalen-susan-hills-howard-end-is-on-the-landing</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Feb 2013 09:24:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krimiblogger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Attraktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Anthony Trollope]]></category>
		<category><![CDATA[Charles Dickens]]></category>
		<category><![CDATA[Dorothy L. Sayers]]></category>
		<category><![CDATA[E.M. Forster]]></category>
		<category><![CDATA[Englische Literaturgeschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Howards End]]></category>
		<category><![CDATA[Howards End is on the Landing]]></category>
		<category><![CDATA[Lektürenotizen]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Raymond Chandler]]></category>
		<category><![CDATA[Susan Hill]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Susan Hill: Howards End is on the Landing &#160; Bücherberge, überall. Überfluss an Texten, an Literatur, an Romanen. Im Sekundentakt neue Bestseller frisch aus der Druckerei oder auf dem E-Reader. Stapelware in den Buchläden, die morgen durch neue, andere Stapel ersetzt werden. Die Klage über die Schnelllebigkeit des Literaturbetriebs ist eine Klage auf dem berühmten, hohen Niveau, auch wenn ich mit Blick auf das, was mir gelegentlich unter die Augen kommt, Niveau immer wieder neu definieren möchte. Verzicht und Langsamkeit &#8211; das sind die beiden Zauberworte, die gegen die schnelllebige Fülle in meinem Leserleben helfen könnten. Das sogenannte &#8220;Slow Reading&#8221; &#8211; angelehnt an die &#8220;Slow Food&#8221;-Idee &#8211; ist das eine, die Einschränkung der Lektüreauswahl das andere. Die britische Autorin und Verlegerin Susan Hill geht&#8230;</p><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/432/zwischen-den-regalen-susan-hills-howard-end-is-on-the-landing">Zwischen den Regalen</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class='page columnize'><p><strong>Susan Hill: <span style="font-variant: small-caps;">Howards End is on the Landing</span></strong><br />
 &nbsp;<br />
Bücherberge, überall. Überfluss an Texten, an Literatur, an Romanen. Im Sekundentakt neue Bestseller frisch aus der Druckerei oder auf dem E-Reader. Stapelware in den Buchläden, die morgen durch neue, andere Stapel ersetzt werden. Die Klage über die Schnelllebigkeit des Literaturbetriebs ist eine Klage auf dem berühmten, hohen  Niveau, auch wenn ich mit Blick auf das, was mir gelegentlich unter die Augen kommt, Niveau immer wieder neu definieren möchte. </p>
<hr />
Verzicht und Langsamkeit &#8211; das sind die beiden Zauberworte, die gegen die schnelllebige Fülle in meinem Leserleben helfen könnten. Das sogenannte <a href="http://krmb.de/69d" target="_blank">&#8220;Slow Reading&#8221;</a> &#8211; angelehnt an die &#8220;Slow Food&#8221;-Idee &#8211; ist das eine, die Einschränkung der Lektüreauswahl das andere. Die britische Autorin und Verlegerin <strong>Susan Hill</strong> geht diesen Weg. Ein Jahr lang hat sie auf die Neuanschaffung von Büchern verzichtet und die Bücher gelesen, die sowieso in ihrem Haushalt vorhanden waren. Wobei der Leser sich unter „Haushalt“  ein gemütliches Cottage in den Cotswolds vorstellen sollte. Buchhändler dürften einen solchen Kaufverzicht auf den ersten Blick wohl kaum gut heißen und Susan Hills Buch <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Howards End is on the Landing</strong></span>, in dem sie ihre Lektürestreifzüge und ihre Wiederlesen-Erfahrungen nieder geschrieben hat, eher widerwillig an die belesene Kundschaft verkaufen. Schließlich könnten die auf ähnliche Ideen wie Mrs. Hill kommen.<br />
 &nbsp;<br />
Doch bevor ich weiter auf dieses wunderfeine Buch eingehe, das Lektürenotiz, Lesetagebuch und Literaturgeschichte vermischt, ein paar Worte zu Susan Hill, die mir vor einigen Jahren als Krimiautorin das erste Mal in meinem Leserleben begegnete. Ich gestehe, dass ich ihren Krimi <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Various Haunts Of Men</strong></span> (dt.: <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Der Menschen dunkles Sehnen</strong></span>) nicht gerade begeistert gelesen habe. Doch Susan Hill ist nicht nur Krimiautorin, sie hat auch eine wichtige Novelle der modernen, britischen Horrorliteratur geschaffen: <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Woman in Black</strong></span> (dt.: <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Die Frau in Schwarz</strong></span>) dessen eher schwache Verfilmung im letzten Jahr in die Kinos kam und vor allem deshalb für Aufsehen sorgte, weil Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe hier seine erste große Rolle nach dem Zauberlehrling gab. <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Woman in Black</strong></span> ist die tragisch-schaurige Geschichte eines jungen Anwalts, der das Erbe einer Verstorbenen verwalten soll und dabei der mysteriösen und angsteinflößenden Frau in Schwarz begegnet. Eine Geschichte im dichten Nebel, mit einem abgelegenen Haus im Watt, toten Kindern und einem knarzenden Schaukelstuhl. Die Anspielung an Wilkie Collins‘ <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Woman in White</strong></span> ist bewusst gewählt, die Thematik allerdings verschieden. Eine Radioadaptation des Stoffes steht regelmäßig auf dem Programm der BBC, vor allem zur Weihnachtszeit. Susan Hill ist literarisch, wie man so schön sagt &#8220;breit aufgestellt&#8221;, was unter anderem auch <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Howards End is on the Landing</strong></span> beweist.</p>
<h3>Lesen in einem englischen Cottage</h3>
<p>2009 sind ihre Lektürenotizen, die schon im Untertitel <span style="font-variant: small-caps;">A Year of Reading from Home</span> das Heimelige anklingen lassen, erschienen. Hill entschied sich, als sie durch die Regale ihres Cottages auf der Suche nach einem bestimmten Buch war, dieses nicht fand, dafür aber ganz viele andere entdeckte, zum Verzicht. Ein Jahr lang wollte sie keine neuen Bücher kaufen, sondern vor allem Klassiker lesen. Eine Einschränkung erlaubte sie sich, denn als Rezensentin und Verlegerin musste sie für Zeitungen aktuelle Neuerscheinungen besprechen. Ansonsten standen nur die Bücher zur Verfügung, die sie in ihrem Heim vorfand.<br />
 &nbsp;<br />
Dass sie mit einem Professor verheiratet ist, der Shakespeare unterrichtet und es in ihrem Cottage allein ein ganzes Zimmer mit Werken von und Büchern zu dem großen, englischen Dichter gibt; dass sie einst, durchaus in der Tradition von Virginia und Leonard Woolf einen eigenen, kleinen literarischen Verlag betrieb, sollte einer ausgiebigen Lektüreauswahl nicht entgegenstehen. Kurz: Die Regale von Mrs. Hill sind gut gefüllt und würden vermutlich länger als nur für ein Jahr tägliche und abwechslungsreiche Lektüren garantieren.<br />
 &nbsp;<br />
Am Anfang ihrer Literaturbetrachtungen stehen Überlegungen zu Romantiteln. Wer würde bestreiten, dass <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Heart is a Lonely Hunter</strong></span>, <span style="font-variant: small-caps;"><strong>If on a Winter&#8217;s Night a Traveller&#8230;</strong></span> oder auch <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Hound of the Baskervilles</strong></span> Romantitel sind, die schon allein Assoziationen wecken, die Bilder evozieren, selbst wenn man das entsprechende Buch nicht gelesen hat oder überhaupt nicht kennt. In diesem Plauderton nähert sich Hill ihren Lektüren. Sie schreibt über den Kriminalroman, dem sie zwar nur wenig, dafür aber einen  exakten Platz einräumt. Sie ist eine Traditionalistin, schätzt <strong>Dorothy L. Sayers</strong>, aber auch einen Stilisten wie <strong>Raymond Chandler</strong>. </p>
<h2 class="pullquote"><em>&raquo;Sayers is one of a clutch of writers belonging to what is always known as the Golden Age of the Detective Story. When did the detective story, beloved of and sometimes written by Oxford and Cambridge dons, metamorphose into the Crime Novel? Probably not until the end of the twentieth century, though in America great novelists and stylists like Raymond Chandler are better described as crime or even thriller-writers than writers of detective stories.&laquo;</em></h2>
<p>Ihr Blick streift weiter durch die Regale, verlässt den Krimi und landet in dem Regal, in dem <strong>E.M. Forster</strong>, den sie einst als junge Frau selbst kennenlernen durfte, steht. Forster, dessen <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Howards End</strong></span> den Streifzügen durch die Regale den Titel gibt, ist für sie einer der wichtigsten, englischen Autoren, dessen stilistische Brillanz immer noch strahlt und sie als Autorin beeinflusst hat. Auch für mich war die Erwähnung von <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Howards End</strong></span> im Titel der Catcher, schließlich zählt die Geschichte der Schlegels und Wilcox‘ zu einem meiner Lieblingsbücher.</p>
<h3>Plaudern ohne zu Plappern</h3>
<p>Bücher und Begegnungen, all das beschreibt Hill charmant, im angenehmen Plauderton, ohne zu plappern. Ein gutes Gespräch mit einer belesenen Freundin bei einer Tasse Tee oder einem Rotwein &#8211; so ist <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Howards End is on the Landing</strong></span>. Eine angenehme und lehrreiche Reise durch die englische Literatur, eine persönliche Literaturgeschichte, die keinen Kanon bilden möchte, sondern manche Klassiker und ihre literaturkritischen Bewertungen in Zweifel zieht. Etwa bei der Frage, warum  <strong>Anthony Trollope</strong> derartig im Schatten von <strong>Charles Dickens</strong> steht. Im deutschsprachigen Raum vermutlich noch stärker als im englischen, denn Trollope ist hierzulande kaum bekannt. Dabei hat er vor über 130 Jahren mit <span style="font-variant: small-caps;"><strong><a href="http://krmb.de/69e" target="_blank">The Way We Live Now</a></strong></span> einen Roman über die menschliche Gier geschrieben, der aus der Ferne ein Schlaglicht auf die Bankenkrise unserer Tage wirft. Manche Texte sind eben zeitlos.<br />
 &nbsp;<br />
Am Ende von Hills persönlicher Literaturgeschichte findet sich eine Bücherliste: <span style="font-variant: small-caps;">The Final Forty</span>. Es ist ihr persönlicher Kanon, immer mit der Prämisse, jeweils nur ein Buch von einem Schriftsteller darin aufzunehmen (was sie nicht durchhält).  <strong>Iris Murdoch</strong>, <strong>Nancy Mitford</strong> und <strong>Carson McCullers</strong> stehen neben <strong>Fjodor Dostojewski</strong> oder <strong>Thomas Hardy</strong>. Überhaupt ist es eine Liste, auf der Autorinnen überwiegen.  Tolstoi hingegen fehlt, wie viele, viele andere auch. Susan Hill &#8211; vielleicht der  einzige Vorwurf, den man ihr machen kann – wirft einen sehr britischen Blick auf die Literatur. Aber wer hat schon umfassend die Weltliteratur im Auge, wenn er seine vierzig Bücher für die Insel packt? Auch das verdeutlicht Hills Notizen: Jeder Leser schafft sich im Laufe seines Lebens seinen eigenen Kanon, jeder erliest sich die Bibliothek in seinem Kopf, die er haben möchte und mag sie dann auch fast nur aus englischen Autoren bestehen, oder aus Kriminalromanen oder aus Liebesgedichten, oder, oder oder.<br />
 &nbsp;<br />
Vielleicht schauen Sie einmal durch ihre Regale und entdecken Schätze, die Sie längst vergessen haben oder noch nie gelesen haben. Und wenn da nichts sein sollte &#8211; Hills Reise durch die  Bücherregale hält zahlreiche Anregungen für künftige Lektüren bereit. Falls Sie diese Bücher dann nicht in ihrem Regal entdecken &#8211; Ihr Buchhändler freut sich über Ihren Besuch.<br />
&nbsp;</p>
<div class="classic-caption">
<h2>Was Sie noch wissen sollten</h2>
<p>Obwohl Susan Hill keine E-Books mag, habe ich die englischsprachige <a href="http://www.amazon.de/Howards-End-Landing-ebook/dp/B003ZDNWMC/" target="_blank">Kindle-Ausgabe</a> von <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Howards End is on the Landing</strong></span> gelesen. Eine deutsche Übersetzung ist mir nicht bekannt.</p>
<p>Die bibliographischen Angaben<br />
<strong>Susan Hill:</strong> <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Howards End is on the Landing : A Year of Reading from Home</span></strong>. – London : Profile Books, 2009.<br />
ISBN 978-1-84765-263-8</p>
<p>Susan Hill hat eine <a href="http://krmb.de/69b" target="_blank">Internetseite</a> und <a href="http://krmb.de/69c" target="_blank">twittert</a>.
</div>
<p>Lesen Sie wohl.<br />
<span class="story-end">&#10086;</span></p>
</div><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/432/zwischen-den-regalen-susan-hills-howard-end-is-on-the-landing">Zwischen den Regalen</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p> <p><a href="http://attraktionen.krimiblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=432&amp;md5=12597162d79053f5e292bffbda2bd7ce" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://attraktionen.krimiblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Verschlossene Herzen: Eine Liebe nach dem Trauma</title>
		<link>http://attraktionen.krimiblog.de/410/steve-hamilton-der-mann-aus-dem-safe</link>
		<comments>http://attraktionen.krimiblog.de/410/steve-hamilton-der-mann-aus-dem-safe#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 18:52:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krimiblogger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Attraktionen]]></category>
		<category><![CDATA[Der Mann aus dem Safe]]></category>
		<category><![CDATA[Panzerknacker]]></category>
		<category><![CDATA[Steve Hamilton]]></category>
		<category><![CDATA[The Lock Artist]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Steve Hamilton: Der Mann aus dem Safe &#160; Fein gesponnene Liebesgeschichten in Kriminalromanen entdecke ich bei meinen Lektürestreifzügen selten. Dabei ist die Liebe &#8211; oder das, was sich dafür hält &#8211; eines der stärksten Motive für kriminelles Verhalten. Liebe liefert reichlich erzählerischen und dramatischen Stoff: Missverständnisse, Ablehnungen, Verwicklungen, Verbote bis hin zur Eifersucht als ein klassisches Mordmotiv. Eine Binsenweisheit, das ist mir schon klar. In vielen Kriminalromanen ist die &#8220;Love Story&#8221; oft eher ein Nebenplot, eine Randerscheinung. Romantische Thriller, Mystery und Konsorten blende ich an dieser Stelle einmal dezent aus. Die Liebesgeschichte in Steve Hamiltons Roman Der Mann aus dem Safe hingegen ist das treibende Moment, das Grundmotiv, das sich durch diesen Kriminalroman zieht, der eben auch eine filigran erzählte Liebesgeschichte ist. Michael trifft&#8230;</p><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/410/steve-hamilton-der-mann-aus-dem-safe">Verschlossene Herzen: Eine Liebe nach dem Trauma</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class='page columnize'><p><strong>Steve Hamilton: <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Der Mann aus dem Safe </strong></span></strong><br />
 &nbsp;<br />
Fein gesponnene Liebesgeschichten in Kriminalromanen entdecke ich bei meinen Lektürestreifzügen selten. Dabei ist die Liebe &#8211; oder das, was sich dafür hält &#8211; eines der stärksten Motive für kriminelles Verhalten. Liebe liefert reichlich erzählerischen und dramatischen Stoff: Missverständnisse, Ablehnungen, Verwicklungen, Verbote bis hin zur Eifersucht als ein klassisches Mordmotiv. Eine Binsenweisheit, das ist mir schon klar. In vielen Kriminalromanen ist die &#8220;Love Story&#8221; oft eher ein Nebenplot, eine Randerscheinung. Romantische Thriller, Mystery und Konsorten blende ich an dieser Stelle einmal dezent aus.</p>
<hr />
Die Liebesgeschichte in Steve Hamiltons Roman <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Der Mann aus dem Safe </strong></span> hingegen ist das treibende Moment, das Grundmotiv, das sich durch diesen Kriminalroman zieht, der eben auch eine filigran erzählte Liebesgeschichte ist. Michael trifft Amelia. Beide leben mit einem Kindheitstrauma. Amelia, Tochter eines Betreibers von Fitnessstudios, hat ihre Mutter durch Selbstmord verloren. Michael, der Ich-Erzähler des Romans, musste als Achtjähriger mit ansehen, wie sein Vater seine Mutter und deren Liebhaber erschoss. Michael rettete sich vor seinem amoklaufenden Vater in dessen Waffentresor. Er karrt den Tresor samt Michael zum Fluss und versenkt ihn. Michael kann in letzter Minute gerettet werden und spricht seitdem nicht mehr. Schon hier eine Liebesgeschichte als Auslöser und mit dramatischen Folgen.</p>
<h2 class="pullquote"><em>&raquo;Ich kann jeden in Grund und Boden schweigen, an jedem Austragungsort, für jeden Wetteinsatz. Ich bin der unangefochtene Champion im Mundhalten und stumm Dasitzen wie ein Möbelstück.&laquo;</em></h2>
<p>Als Amelia und Michael sich das erste Mal begegnen, sind beide 17 Jahre alt. Es ist Michaels traumatisches Erlebnis, das ihn zu Amelia und ihrem Vater, Mr. Marsh, führt. Aufgewachsen in der Nähe von Detroit bei seinem Onkel Lito, entwickelte Michael nach dem Amoklauf nicht nur ein gutes Gehör, er verfügt über Fingerfertigkeit und zeichnerische Begabung. Der Anlass, warum Michael überhaupt zu den Marshs kommt, liegt in seinem weiteren Talent: er kann Schlösser und Tresore knacken. Er ist ein Panzerknacker-Genie, ein Wunderkind, wie er von der Presse bezeichnet wird. Eben diese Begabung bringt ihn zum ersten Mal in Konflikt mit dem Gesetz. Gemeinsam mit Schulkameraden bricht er in das Haus der Familie Marsh ein, um Adam, Amelias Bruder, ein Banner mit der Aufschrift <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Milford tritt Euch in den Arsch</strong></span> zu hinterlassen. Ein Streit zwischen zwei Football-Mannschaften, der dummerweise für Michael in Handschellen endet. Seine Klassenkameraden können fliehen, Michael wird geschnappt und erweist sich für Polizei und Bewährungshelfer als harter Hund. Er schweigt beharrlich darüber, wer ihn zu diesem Einbruch angestiftet – nicht nur, weil er nicht spricht. Michael kann im doppelten Sinne schweigen. Zur Strafe muss er Sozialstunden bei der Familie Marsh ableisten, der Täter-Opfer-Ausgleich ist gerade sehr angesagt, wie Michael bissig und als dezenten Seitenhieb auf das US-amerikanische Rechtssystem bemerkt. Mr. Marsh verdonnert ihn dazu, bei praller Sonne im Garten das Loch für einen Swimmingpool auszuheben. Das Angebot von Mr. Marsh, lieber in der Sonne zu liegen, wenn er nur seine Mittäter verraten würde, schlägt Michael immer wieder aus.<br />
 &nbsp;<br />
An einem dieser heißen Sommernachmittag also begegnet Michael dann Amelia. Nach der ersten, eher störrischen Begegnung &#8211; Michael soll endlich die Klappe aufmachen &#8211; entwickelt sich das, was diesen Roman so zauberhaft werden lässt: eine Liebesgeschichte. Die erzählen sich die beiden Liebenden nicht mit Briefen, sondern mit Comics. Auch Amelia ist eine Künstlerin und Panel für Panel zeichnen sich die beiden ihre Liebesgeschichte.<br />
 &nbsp;<br />
Aber eine Liebesgeschichte ohne Drama ist langweilig. Nicht nur, dass Vater und Bruder Marsh strikt gegen die Liaison der beiden sind, Mr. Marsh steckt auch in der Klemme. Er hat sich mit Kredithaien eingelassen und die wollen ihr Geld zurück. Da kommt ihm Michaels Gespür für alles Verschlossene wie gerufen. Er vermittelt Michael an den Mann, den alle nur als Ghost kennen und der über einen ausgezeichneten Ruf als Panzerknacker verfügt. Er ist der Verbindungsmann zu einem Mafiaboss, und in dessen Auftrag soll Michael verschlossene Türen öffnen, hintern denen viel Geld liegt. Würde Michael ablehnen, so würde er nicht nur Amelia verlieren, sondern womöglich sterben. Seine Karriere als Lehrling des legendären Ghosts beginnt.</p>
<h3>Ein Schlüsselroman</h3>
<p>Steve Hamilton, der das undankbare Label <em>&#8220;Geheimtipp&#8221;</em> als Autor trägt, erweist sich einmal mehr als ein Sprachkünstler der Atmosphäre. Wer seine Alex-McKnight-Krimis kennt, die einst teilweise in der <span style="font-variant: small-caps;"><strong>DuMont-Kriminalbibliothek</strong></span> in deutscher Übersetzung erschienen sind (unter anderem:  <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Ein kalter Tag im Paradies</strong></span>), mag sich erinnern an das kalte, harrsche Klima des Ortes Paradies am Lake Superior im Norden Michigans, in dem Hamilton seinen Polizisten McKnight auf Mördersuche schickte. Hier, in <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Lock Artist</strong></span>, der <a href="http://www.theedgars.com/edgarsDB/index.php" target="_blank">2011 mit dem Edgar</a> ausgezeichnet wurde, gelingt es Hamilton erneut, eine atmosphärisch dichte Welt zu schaffen, die dank einer präzisen und lakonischen Sprache im Hirn des Lesers entsteht. Die Großstadt Detroit und ihre Vororte beschreibt Hamilton ebenso greifbar wie das billige Zimmer in New York, in dem Michael zeitweise wohnt oder die sonnendurchfluteten Momente in Kalifornien, wo Michael als Erwachsener mit einer Einbrecherbande die nächsten und schließlich seinen gefährlichsten Coup plant.<br />
 &nbsp;<br />
Gezielt gesetzte Hardboiled-Elemente sorgen für die kriminalliterarische Spannung, brutale Szenen und schnelle Motorradfahrten treiben das Tempo voran, um dann wieder stille Momente in Michaels kaputter Psyche Platz zu machen. Ohne Kitsch und Klamauk schafft es Hamilton, die Liebesgeschichte souverän und glaubwürdig darin einzubetten. Es ist ein psychologisch fein geschliffenes Porträt, dessen Anti-Held Michael Sympathieträger und Hinters-Licht-Führer zu gleich ist. Denn so verschlossen Michael auch ist, seine komplexe und feingliedrige Innenwelt wird nach und nach geöffnet. Hamilton ermöglicht mit Rückblenden &#8211; der Roman wird aus der Perspektive des erwachsenen Michael erzählt &#8211; einen klug inszenierten, nie vo­yeu­ris­tischen Blick in die Gefühlswelt von traumatisierten Jugendlichen. Durchaus ein Schlüsselroman &#8211; im doppelten Sinne.<br />
&nbsp;</p>
<div class="classic-caption">
<h2>Was Sie noch wissen sollten</h2>
<p>Gelesen habe ich die deutsche Übersetzung von Karin Diemerling, die bei <a href="http://www.droemer-knaur.de/sixcms/detail.php?template=dkr_buch_detail&#038;id=7778166" target="_blank">Droemer</a> erschienen ist. Einige Passagen habe ich in der englischsprachige Kindle-Ausgabe, die bei <a href="http://www.orionbooks.co.uk/Books/detail.page?isbn=9781409106975" target="_blank">Orion</a> erschienen ist, nachgelesen.</p>
<p>Die biblographischen Angaben:<br />
<strong>Steve Hamilton:</strong> <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Der Mann aus dem Safe </strong></span>. &#8211; Aus dem Englischen von Karin Diemerling. &#8211; München : Droemer, 2012.<br />
ISBN 978-3-426-22621-6</p>
<p>Englischsprachige Kindle-Ausgabe:<br />
<strong>Steve Hamilton</strong>: <span style="font-variant: small-caps;"><strong>The Lock Artist</strong></span>. &#8211; London : Orion Books, 2010.<br />
ISBN 978-1-4091-0697-5</p>
<p>Steve Hamilton hat eine <a href="http://www.authorstevehamilton.com/">Internetseite</a>, ist bei <a href="https://twitter.com/@authorsteve" target="_blank">Twitter</a> und <a href="https://www.facebook.com/authorstevehamilton" target="_blank">Facebook</a> zu finden.
</div>
<p>Lesen Sie wohl.<br />
<span class="story-end">&#10086;</span></p>
</div><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/410/steve-hamilton-der-mann-aus-dem-safe">Verschlossene Herzen: Eine Liebe nach dem Trauma</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p> <p><a href="http://attraktionen.krimiblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=410&amp;md5=8906d4b954dd33cbea5cc646ca18c866" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://attraktionen.krimiblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Von wegen wisch &amp; weg</title>
		<link>http://attraktionen.krimiblog.de/388/von-wegen-wisch-weg-ueber-das-neue-noir-magazin</link>
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		<pubDate>Wed, 09 Jan 2013 05:42:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>krimiblogger</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sensationen]]></category>
		<category><![CDATA[iPad]]></category>
		<category><![CDATA[Megan Abbott]]></category>
		<category><![CDATA[Nancie Clare]]></category>
		<category><![CDATA[Noir]]></category>
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		<category><![CDATA[Rip Georges]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Der Anspruch: crossmedial. Die Herangehensweise: ein Magazin für&#8217;s iPad. Die Umsetzung: gelungen. Die Täter: Megan Abbott, Nancie Clare und Rip Georges. &#8211; Seit Ende Dezember 2012 gibt es bei iTunes die erste Ausgabe von NOIR Magazin, einem elektronischen Journal, das sich nach den Vorstellungen der Macher den Themen „Krimi“ und „Thriller“ in all ihren Erscheinungsformen – Buch, Graphic Novel, Filme, TV-Serien, Videospiele und Podcast – nähert und für 4,99 US-Dollar gekauft werden kann. Schon im Vorfeld sorgte das NOIR Magazin für Aufsehen, zumindest in der aufgeweckteren, englischsprachigen Krimiwelt. Denn NOIR Magazin wurde als ein Crowdfunding-Projekt bei Kickstarter geboren. 35.000 US-Dollar wurden für den Start gesucht – und über Schwarmfinanzierung recht schnell gefunden. &#160; Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob ein solches Projekt –&#8230;</p><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/388/von-wegen-wisch-weg-ueber-das-neue-noir-magazin">Von wegen wisch &#038; weg</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p>]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div class='page columnize'><p>Der Anspruch: crossmedial. Die Herangehensweise: ein Magazin für&#8217;s iPad. Die Umsetzung: gelungen. Die Täter: <a href="http://www.meganabbott.com/" target="_blank">Megan Abbott</a>, <a href="http://www.latimesmagazine.com/editorial.html" target="_blank">Nancie Clare</a> und Rip Georges. &#8211;  Seit Ende Dezember 2012 gibt es bei iTunes die erste Ausgabe von <span style="font-variant: small-caps;"><strong>NOIR Magazin</strong></span>, einem elektronischen Journal, das sich nach den Vorstellungen der Macher den Themen „Krimi“ und „Thriller“ in all  ihren  Erscheinungsformen – Buch, Graphic Novel, Filme, TV-Serien, Videospiele und Podcast – nähert und für 4,99 US-Dollar gekauft werden kann. Schon im Vorfeld sorgte das <span style="font-variant: small-caps;"><strong>NOIR Magazin</strong></span> für Aufsehen, zumindest in der aufgeweckteren, englischsprachigen Krimiwelt. Denn <span style="font-variant: small-caps;"><strong>NOIR Magazin</strong></span> wurde als ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Crowdfunding">Crowdfunding-Projekt</a> bei Kickstarter geboren. 35.000 US-Dollar wurden für den Start gesucht – und über Schwarmfinanzierung recht schnell gefunden.<br />
&nbsp;<br />
Es ist müßig darüber zu spekulieren, ob ein solches Projekt – vielleicht auch „nur“ als Print- oder Online-Ausgabe &#8211;  in Deutschland überhaupt möglich wäre. Das ist zu deprimierend. Mein Blick richtet sich lieber auf die erste, edle Ausgabe, die jetzt auf meinem iPad – im wahrsten Sinne des Worte &#8211; glänzt. Krimiautorin Megan Abbott (aktueller Roman <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Dare Me</strong></span>) betreute als Herausgeber die erste Edition und konnte so bekannte Autoren wie <a href="http://www.michaelconnelly.com/">Michael Connelly</a>, der sowohl als  Interviewpartner wie auch als Autor eines Artikels über Jack Reacher auftritt, <a href="http://lauralippman.net/" target="_blank">Laura Lippman</a>, die mit der Kurzgeschichte <span style="font-variant: small-caps;"><strong>A Good Fuck Spoiled</strong></span> vertreten ist oder <a href="http://leechild.com/" target="_blank">Lee Child</a>, der ein Portrait über seine Figur Jack Reacher (ja, der kommt doppelt vor) verfasst hat, gewinnen. Die Texte sind allesamt lesenswert, knackig, kurz und dabei informativ und unterhaltsam.</p>
<h2 class="pullquote"><em>&raquo;Noir is no longer just retro, it&#8217;s the dark glittering world behind the curtain where all the things that we feel – desire, greed, longing, passion – are.&laquo;</em><br /> &#8211; Megan Abbott</h2>
<p>Literaturkritik findet hier nicht statt, zumindest nicht so, wie sie sich der selbstgefällige Feuilletonismus deutscher Prägung vorstellt. Die Magazin-Autoren nähern sich in überschaubaren Texten den Themen, die in den Bereich „Noir“ gehören oder gehören könnten. Ohne Dogma, ohne Strenge, spielerisch, unterhaltsam und doch journalistisch akkurat wird Kriminalliteratur in allen Ausprägungen  beleuchtet. Dabei sind alle Texte typographisch ansprechend und lesefreundlich aufbreitet. Wie von anderen iPad-Magazinen bekannt, wischt sich der Leser durch die Ausgabe und entdeckt dabei Links zu kleinen Infokästen oder zu eingebetteten Videos. Cary Georges hat zum Beispiel 30 schöne Movie Titeles, Vorspäne von Kriminalfilmen, zusammengetragen, die der Betrachter bequem auf dem iPad anschauen kann, in bester Qualität. Eine – für ein Magazin schon obligatorische – Fotostrecke über „Fashion Victims“ von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Melanie_Pullen" target="_blank">Melanie Pullen</a> erhellt das Verhältnis von Kriminalität und Mode. Gerade bei Fotografien ist das iPad mit seiner Brillanz fast unschlagbar. Und Hingucker sind die Bilder von Mullen auf jeden Fall. </p>
<hr />
Klingt alles albern? Für den deutschen Literaturbetrieb und die behäbige Literaturkritik mag das sein. Spielkram für Nerds, denen jegliche „ernste“ Auseinandersetzung mit Krimi völlig abgeht. Doch wer das so sieht – ein iPad-Magazin für wisch &#038; weg – der denkt zu kurz. Gerade auf Tablet Computern entwickeln intelligent gemachte Magazine – und zwar solche, die wirklich Magazine sind, und nicht nur einfach nur das Kürzel „mag“ im Titel tragen – neue Wege für die Beschäftigung mit Kriminalliteratur, Kriminalfilmen, Kriminalspielen. Die einzelnen medialen Formen – Text, Video, Audio, Comic, Fotos &#8211;  werden hier ihren spezifischen Bedürfnissen an- und entsprechend aufbereitet und in einen größeren Kontext gestellt.  Wie selbstverständlich folgt auf ein Interview und einer fabelhaften Fotostrecke in Schwarzweiß mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Damian_Lewis" target="_blank">Damian Lewis</a> – dem Schauspieler aus der TV-Serie <span style="font-variant: small-caps;"><strong>Homeland</strong></span> &#8211; eine Graphic Novel von Lyndsay Faye und Ken Hooper. Oder ein paar Wische weiter gibt es die True Crime Story über den Fall <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Thomas_Quick" target="_blank">Thomas Quick</a> zu lesen, der als Drogenabhängiger vorgab, über 30 Menschen getötet zu haben und seine Geständnisse dann widerrief.<br />
&nbsp;<br />
<span style="font-variant: small-caps;"><strong>NOIR Magazin</strong></span> bietet  allen möglichen Facetten von „Krimi“ einen ansprechenden Rahmen und den Lesern ein kluge und unterhaltsame Beschäftigung. Der Start des iPad-Magazin ist gelungen, wenn ich mir auch für weitere Ausgaben vor allem im Videobereich mehr eigene, originäre Inhalte – ein eigens gedrehtes Interview oder Filmporträt zum Beispiel – wünschen würde. Und die Lösung eines  rein technischen Problems: Nämlich, dass das <span style="font-variant: small-caps;"><strong>NOIR Magazin</strong></span> auch für Android Tablets im Google PlayStore zu haben ist. Eine Kindle-App, so war vor einigen Tagen zu lesen, soll auf jeden Fall in Planung sein. Gut wäre es – für ein moderne Krimi-Magazinkultur und für interessierte Leser, die gerne über den Tellerrand hinaus wischen möchten.<br />
&nbsp;</p>
<div class="classic-caption">
<h2>Was Sie noch wissen sollten</h2>
<p>Die erste Ausgabe vom <span style="font-variant: small-caps;"><strong>NOIR Magazin</strong></span> <a href="https://itunes.apple.com/us/app/noir/id582847742?mt=8" target="_blank">finden Sie im iTunes-Store von Apple</a>. Bei <a href="http://www.kickstarter.com/projects/2020491455/noir-magazine" target="_blank">Kickstarter</a> können Sie noch einmal die Entstehungsgeschichte des Magazins nachlesen. Und das Magazin hat eine eigene <a href="https://www.facebook.com/NoirMagazine" target="_blank">Facebook-Seite</a>.<br />
Für diese Attraktion ist ein <a href="http://krmb.de/5yx" target="_blank">Krimi-Quickie erhältlich</a>. Mehr Krimi-Quickies <a href="http://krmb.de/krimiquickies" target="_blank">gibt es hier</a>.
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<p>&nbsp;<br />
<strong>Lesen Sie wohl!</strong><br />
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</div><p>Lesen Sie den Artikel "<a href="http://attraktionen.krimiblog.de/388/von-wegen-wisch-weg-ueber-das-neue-noir-magazin">Von wegen wisch &#038; weg</a>" vollst&auml;ndig bei  <a href="http://attraktionen.krimiblog.de">Attraktionen</a>.</p> <p><a href="http://attraktionen.krimiblog.de/?flattrss_redirect&amp;id=388&amp;md5=7d16b78f8d7a0f86b3635e52f435610e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://attraktionen.krimiblog.de/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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